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Haspa Hamburg 07.07.07 13:40

Haspa Hamburg: Bordwache

Haspa Hamburg

Moin, da die meisten Berichte an Bord der Haspa Hamburg von der Steuerbordwache geschrieben werden, wollten wir gerne auch einmal die Backbordwache vorstellen.

Angeführt werden wir von Jonas, unserem IIWO. Seine Aufgabe ist es, unseren Haufen zusammen zu halten, was wir ihm natürlich nach Kräften erschweren. Nebenbei hat er auch über Kleinigkeiten wie anstehende Manöver, Segelführung oder den zu steuernden Kurs zu entscheiden. Obgleich der zweitjüngste unserer Wache, schafft er es beide Aufgaben unter einen Hut zu bringen und dabei seine Fröhlichkeit nicht zu verlieren. Seine gute Laune ist nur durch ausgiebige Gesangsdarbietungen der Wache gefährdet. Dies geschieht allerdings zu seinem Leidwesen gern und häufig.

Bereits bekannt ist unser Vorschiffsäffchen Julian, der an Bord sichtbar zu wenig Auslauf hat. In seiner äußerst aufgeweckten Art wandelt er die überschüssige Energie in meist produktiven Aktionismus und hebt die Stimmung an Bord. Im seltenen Fall, dass die Wache für diese Masse an positiver Energie nicht aufnahmebereit sein sollte, hat er zum Bespiel für sich die Aufgabe auserkoren auf jede Leine, ob sinnvoll oder nicht, mindestens(!) einen Takling zu setzen.

Amelie ist unser Nesthäkchen, außerdem die jüngste Teilnehmerin dieser Regatta und bei Manövern am Klavier zu finden. Sie sorgt oft unter Deck für unser leibliches Wohl. Wie viele Male hat einer ihrer köstlichen Tees, mit einem Lächeln serviert, uns über den toten Punkt der Hundewache geholfen. Sie ist sehr reinlich, was sich positiv auf den Zustand des Bootes, aber auch auf den Verbrauch von Shampoo und Duschgel auswirkt.

Hermann, unser Bär der Bb-Wache, ist bei Manövern meist am Mast zu finden und als Inspektor des Schiffes für die gesamte Technik an Bord zuständig. Zu seinem alltäglichen Amusement gehört beispielsweise Reparatur von Ruder, Beseitigung von Störungen der Bordtoilette und die Feineinstellungen der Satelliten - Kommunikationsanlage. Auffällig ist auch seine Fähigkeit jeden Sturm mit Leichtigkeit zu übertönen. Nach getaner Arbeit gönnt er sich auch gerne mal ein Nickerchen auf der hohen Kante. Ansonsten versucht er, die Allgemeinbildung der Wache voran zu bringen, indem er zum Beispiel mit Nachdruck klarstellt, dass "Die Leiden des jungen Werther" nicht etwa von C. D. Friedrich verfasst wurden.

Caroline ("Küken") ist unsere Mutter der Wache. Wir alle hätten längst eine dicke Erkältung oder wären über Bord gegangen, wenn uns nicht ständig eine besorgte Ermahnung anhalten würde, ob wir auch brav unseren Lifebelt benutzen oder dass wir uns doch gefälligst eine warme Mütze aufzusetzen hätten. Sie steuert ausdauernd, gerne und gut und ist auch sonst beim Trimmen sehr feinfühlig und versiert. Ihre besondere Liebe gilt der Spi-Schot, von der sie nur rohe Gewalt trennen kann. Bei Flaute jedoch fällt es ihr mit jeder Sekunde schwerer die Fassung zu wahren und sie beißt aus Frust dann auch gerne mal ins Steuerrad. Ihre positive Stimmung ist stets ansteckend, was allerdings in Kombination mit Julian manchmal zu einem schieren Gute-Laune-Overkill führen kann.

Zusammen sind wir Fünf ein engagierter Haufen Segler, die sich als stolze Transatlantikbezwinger fühlen, seit wir vor kurzem Fair Isle gerundet haben. Beim Anblick von Skroo Lighthouse haben wir uns vom Nordatlantik fürs erste verabschiedet. Die letzten drei Wochen hat er uns gar nicht so grimmig behandelt, so dass wir alle noch nicht ausreichend abgeschreckt sind. Wir haben ein faires, spannendes Rennen gehabt und würden uns auch für die nächste Herausforderung in dieser Formation aufstellen lassen. Die Backbordwache kommt wieder!

Bis bald von Bord der SY Haspa Hamburg
Die Backbordwache

 


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